Die tonicum Musikschule Leipzig schrieb:
Hallo Angelika,
gestern schallte es Weihnachtsmusik, als wir aus unserem Übungslager wieder ins GeyserHaus kamen. Oh oh. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte den Bericht völlig verdrängt. Zumal er schon seit Sommer geschrieben auf meiner Festplatte rumlungert.
Aber es war auch mächtig viel los in den letzten Monaten. Wir waren mit den Kids in Lyon und stecken seit September in den Vorbereitungen für unser Weihnachtstheater. Diesmal: "Die Trolle von Grenholt". Alles nach einem Isländisch-Norwegischen Brauch. Also falls ihr am 4. oder 5. Dezember 16:30 Uhr gerade in unserer Nähe seid und Lust auf ein Musiktheater in der Kälte habt, freuen wir uns auf euch :-) Das Wochenende waren wir wie gesagt im Übungslager und haben unsere Leute ziemlich gut auf die Proben auf der Open-Air-Bühne vorbereitet. Alles wird gut. So wie immer eben.
Den Bericht schicke ich mit. Keine Ahnung ob das so ist, wie ihr das braucht.
Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit aus dem verschneiten und winterlichen Leipzig
Und hier der Bericht:
Wir fangen am Besten mal viele Monate vorher an. Es ist Februar. Für uns heißt das: das Internet durchforsten, Ideen sammeln, Pläne schmieden, mit Partnern kommunizieren,... Und dann dauert es bis alles in Sack und Tüten ist und unser Sommercamp für die Schüler der tonicum-Musikschule geplant und organisiert ist. Und da wir alle nicht genug bekommen können, planen wir alles 2 Mal - für 2 Gruppen - und fahren dann auch 2 Mal auf die schöne Insel.
Schon im letzten Jahr haben wir eine Tour mit dem Seilgartenteam erlebt und schon da stand für die Kids fest: „Das machen wir im nächsten Jahr wieder, ja?“ Naja und wenn sich die Kinder das eben wünschen, dann machen wir das auch...
6. Juli 2010 - 7:00 Uhr
Ein sonniger Morgen. Micha, Isi und ich sind die ersten unserer Gruppe die aufstehen und einen riesigen Tisch mit Essen bepacken. Nun ja, 14 haben schließlich auch Hunger und müssen sich für einen erlebnisreichen Tag ordentlich stärken. Also starten wir mit Rüherei, Cornflakes, unzähligen Scheiben Toast, Brötchen und was sonst noch dazu gehört. Die ersten Musikschüler beginnen nun langsam auch aus den Federn zu schlüpfen und nach einer halben Stunde sind alle da und die Fütterung der Raubtiere beginnt. Schwup di wup alles verzehrt, Brote für unterwegs geschmiert, Abwasch gemacht und schon geht´s los.
Es ist kurz vor 9. Wir brauchen ein Bisschen Zeit für die Strecke nach Prora, da die Kreptitzer Heide nicht ganz um die Ecke ist. Aber alles kein Problem. Das erste Mal in der Ära Sommercamp, erreichen wir unseren Bestimmungsort. Somit bleibt noch Zeit für Pauls interessanten Vortrag über Prora (jeder Schüler hatte zu einem Ort auf der Insel etwas vorbereitet und so hatten wir unsere eigene Inselführung).
Kurz vor 10:00 Uhr nun aber los. Angelika vom Seilgartenteam erwartete uns schon sehnsüchtig und unsere Kinder mit leuchtenden Augen wollten wissen was sie alles an diesem Tag erwartet. Los ging es gleich mit einer Übung zum Kennenlernen. Auch die Angelika muss ja alle Namen kennen. Danach gleich ein Spiel. Die im Kreis stehende Gruppe, war mit ihren Händen verbunden. An einer Stelle wurde ein Hulahoopreifen eingehangen. Jaaa, die Gruppe muss durch den Reifen. Einer nach dem anderen. Und da das alles so gut geklappt hat, bekommt sie gleich noch einen dazu. 2 Reifen, 2 Richtungen. Ein sehr lustiges Schauspiel...
Als nächste Übung kam die Wippe dran. Alle 14 Musikschüler mussten drauf. Aber die Wippe musste in der Waage bleiben und durfte nicht den Boden berühren. Nachdem sie es aber unzählige Male tat, übernahmen Paul und Nina die Leitung der Gruppe und dann ging es irgendwann. Tatatataaaaaaa. Alle drauf und die Wippe in der Waage. Gut gemacht! Dem aber nicht genug ging es weiter zu einer Leine, die zwischen Bäumen gespannt war und alle sollten von einer Seite auf die andere. Natürlich ohne den Boden zu berühren.
Das war wohl die schwerste aller bisherigen Übungen. Und Kommunikation ist eben alles... Mehr schlecht als recht wurde dann auch dies bewältigt und nun konnte es zum langersehnten freien Klettern gehen. Also alle mal zur Einweisung, immer schön ans Einhaken denken und immer zu zweit klettern!!! 2 Stunden später hatte der Micha dann auch das Mittagessen fertig und gemeinsam mit Angelika wurde dann nach ausgewertet und geplauscht.
Wie immer ein super Tag im Seilgarten. Ach ja, die Kinder sagen: Das machen wir im nächsten Jahr aber wieder, okay?!
17. Juli 2010
Die ersten Sommercamper sind nach vielen erlebnisreichen Tagen wieder in der Heimat und die nächste Gruppe, diesmal aber nur 11 Leute, haben die Insel erreicht. Der Morgen läuft ab, wie schon in der ersten Gruppe nur nicht ganz so viel Sonne.Auf geht´s zum Seilgarten Klappe die 2te.
10:00 Uhr
Angelika wartet schon, alle werden begrüßt und schon startet die erste Übung. Regenrinnen werden aneinander gehalten und eine Kugel muss die Strecke überwinden, ohne auf den Boden zu fallen. Wenn das einer von der Ferne gesehen hat, lag dieser bestimmt sich kringelnd auf der Erde. Das sah wirklich total lustig aus. Aber ein Spiel was Lust auf mehr macht, Spaß bringt und die Gruppe zusammen arbeiten lässt. Danach kam die Wippe an die Reihe. Mit mehr Überlegung und Teamgeist, im Vergleich zu Gruppe 1, wurde diese Aufgabe in kürzester Zeit gemeistert.
Für die nächste Aktion war ein Spinnennetz in den Bäumen gespannt. Die komplette Gruppe musste von der einen Seite auf die andere. Doch durfte jede Wabe nur ein einziges Mal benutzt und dabei aber nicht berührt werden. Somit wurden alle Kleineren von den Größeren gehoben und getragen. Alle möglichen Varianten des Durchsteigens wurden ausprobiert. Und zum Schluss war alles gut. Alle waren auf der anderen Seite. Gut gemacht Leute!
Bevor es dann zum freien Klettern ging, mussten alle noch mit verbundenen Augen, an einem Seil entlang, eine kleine Wegstrecke passieren. Auch dies wurde in kürze gemeistert.
Und nun alle zur Einweisung und dann ab in die Bäume. Nach ungefähr 1 Stunde in luftiger Höhe kam uns dann noch ein Gewitter dazwischen. Somit wurde der Park evakuiert. So konnten sich alle mal kurz stärken und schon die ersten Erlebnisse ausplaudern. Besser so, als wenn man gegart in den Seilen hängt. Da waren sich alle einig. Und nach kurzer Zeit suchte auch das Gewitter das Weite und schon konnte es weiter gehen.
Danach wie immer die Übliche Auswertung mit Mittagessen am Parkplatz und der Spruch: Das machen wir aber im nächsten Jahr wieder, okay? Danke Angelika und vielen Dank ans Seilgartenteam. Wir kommen wieder!!!
Corinna Stieler --- tonicum-Musikschule Leipzig

so geschrieben am 3.6.2010
… war wie immer wunderbar und ich muss echt erwähnen: Ihr habt tolles & nettes Personal – klasse!!
Schönen Abend & lieben Gruß,
Urlaub 2010 auf Rügen
Klettern lernen im Seilgarten Prora – Juni 2010
Tja, da waren wir nun – Seilgarten Prora, Mitte Juni 2010, 10:00 Uhr morgens. Als Geocacher hatten wir beschlossen Klettern zu lernen, um auch hängende Caches bergen zu können. Zeit dafür ist natürlich im Urlaub.
Klettern lernen? Wir wollten doch ans Meer ! Solche Angebote gibt es eher in der fränkischen Schweiz als an der Ostsee ....
Viele Telefonate haben wir gebraucht, um die Proraner zu finden, die uns schließlich einen Kletterkurs am Meer ermöglichen konnten – ein dreitägiges individuelles Klettertraining mit dem Schwerpunkt Baumklettern / Seilklettertechnik – oder so.
Wie gesagt – 10:00 Uhr morgens – nervös waren wir ohnehin, zu früh war's auch. Wir, das sind übrigens Marc, 38, unfit und Ilona, 30, Höhenangst. Unser Trainer: Joel – ein Ausbund an Geduld und Ruhe.
Nun ja – Tag 1 um 10:00 Uhr:
Wir wurden schon als „die, die Klettern lernen wollen“ begrüßt, Joel nahm sich unserer an und nach ein bisschen Kennenlernen und Materialkunde gings erstmal ans Abseilen und Ablassen. Fast völlig freiwillig haben wir uns in die bodenlosen Abgründe des Seilgartens geworfen. „Bodenlos“ wurde es übrigens immer erst, wenn wir von oben nach unten sollten ;)
Erstaunlicherweise verging der erste Tag in gefühlten 15 Minuten – wir haben eine ganze Latte von Methoden gelernt, sich von oben dem Abgrund mit kontrollierter Geschwindigkeit zu nähern. Wir hatten sogar die Pause vergessen. Joel wirkte als einziger leicht erschöpft. Er war ja auch der Einzige, der heute richtig arbeiten musste ;)
Tag 2 – schon wieder um 10:00 Uhr.
Runter war einfach ( Ilona hat da übrigens in Bezug auf die Wege zu den Plattformen eine ganz eigene Sichtweise ) – jetzt sollte es hoch gehen. Auch hier haben wir eine Auswahl von Aufstiegsmöglichkeiten kennengelernt und trainiert, bis wir sie sie sicher beherrschten. Eine Pause wurde irgendwann nötig, weil die sonst eher selten benutzte Muskulatur in Armen und Beinen androhte andernfalls eine Gewerkschaft zu gründen.
Es war schon faszinierend – mit wie geringen Mitteln man Höhen sicher überwinden kann. Auch sicherer als mit einer Leiter. Die Kombination von Auf und Abstieg zu beherrschen war ein erhebendes Gefühl. An diesem Tag sind wir bis auf etwa 13m geklettert – was für Nicht-Kletterer schon reichlich viel ist :)
Ein toller Tag, wir wollten eigentlich gar nicht aufhören – trotz Schmerzen.
Tag 3 – leider....
… muss so was auch enden …
das Wetter war (schon wieder) fantastisch, erstmal ging's hoch hinauf zum Abseilen. Ich bin mehr über den Parcours gehumpelt, um auf die Plattform zu kommen. Heute standen noch ein paar Feinheiten auf dem Programm: Hintersichern, Traversen bauen, im Seil umbauen, um z.B. einen Knoten zu übersteigen, Nutzen der Kurzsicherung, Seileinbau und schließlich der „Prüfungsbaum“ - die Kombination all dessen, was wir bislang gelernt hatten. In der Mittagspause haben uns große Teile des Seilgartenteams bzgl. des Einkaufs von Material beraten – die Grundlagen zum Selberklettern, dessen waren wir sicher, haben wir hier schließlich gelernt.
„Satt“ waren wir zum Abschluss noch lange nicht. Also haben wir halt nachher noch ein bisschen trainiert.
Unser Fazit: Der Auftrag war, uns in drei Tagen im Rahmen unseres Budgets so weit zu bringen, dass wir einen gutes Basiswissen und -training haben, um uns sicher selbständig weiter zu entwickeln.
Liebes Seilgartenteam, vor allem natürlich Joel und Angelika, der Auftrag wurde hervorragend erfüllt. Wir sindmittlerweile so oft es uns möglich ist im Wald, lernen jedes Mal was dazu – immer auf der Basis dessen, was ihr uns gezeigt habt. Rückblickend freue ich mich immer noch, dass ihr nicht einfach nur „irgendwie“ mit uns in den Wald gegangen seid, sondern vorbereitet wart, Unterrichtsmaterial und ein Konzept vorlag, das aber immer auch so flexibel war, dass Raum für unsere Fragen und Wünsche da war.
Das Seilgarten-Team war toll, hat uns nett und ein bisschen neugierig aufgenommen („Wollt ihr eine Expedition machen oder so ?“). Und Joel – Du warst einfach klasse !
Danke für einige wirklich unvergessliche Urlaubserlebnisse !
Marc + Ilona

